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Cloud-Dateninfrastruktur: Services, Kosten & Migration

Die Cloud hat die Datenarchitektur dauerhaft verändert. On-Premise-Dateninfrastruktur, also eigene Server, SAN-Storage, proprietäre Appliances, ist zunehmend eine Legacy-Entscheidung. Aber Cloud-Dateninfrastruktur ist nicht eine einzige Sache. Sie ist ein Spektrum an Services und Trade-offs, die bewusste Architekturentscheidungen erfordern.

Cloud-native Datenservices

Jeder große Cloud-Anbieter bietet einen kompletten Data Stack. Das ist jeweils enthalten:

AWS: S3 (Storage), Glue (ETL/Catalog), Redshift (Warehouse), Athena (serverless SQL auf S3), EMR (Spark), SageMaker (ML), Kinesis (Streaming), Lake Formation (Governance).

Google Cloud: GCS (Storage), BigQuery (Warehouse + Lake hybrid), Dataflow (Streaming/Batch-ETL), Vertex AI (ML), Pub/Sub (Messaging), Dataplex (Governance).

Azure: ADLS Gen2 (Storage), Synapse Analytics (Warehouse + Lake), Data Factory (ETL), Azure ML, Event Hubs (Streaming), Microsoft Purview (Governance).

Cloud Data Architecture Patterns

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Wissenscheck

1. Was ist laut Lektion die empfohlene praktische Antwort auf die Build-vs.-Buy-Entscheidung?

2. Warum sind offene Tabellenformate (Iceberg, Delta Lake) und offene Compute-Frameworks (Spark) laut Lektion wertvoll?

3. Was ist laut Lektion der häufigste tatsächliche Grund, aus dem Organisationen am Ende Multi-Cloud-Architekturen betreiben?

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4. Wählen Sie ALLE Aussagen, die für das KAUFEN von Anbieter-Datenprodukten sprechen (im Gegensatz zum Bauen).

Wählen Sie alle richtigen Antworten aus.

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5. Wählen Sie ALLE korrekten Aussagen über Cloud-Dateninfrastruktur, wie sie in der Lektion dargestellt wird.

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Die Build-vs.-Buy-Entscheidung

Jeder CDO steht immer wieder vor dieser Entscheidung: eigene Lösungen bauen oder Anbieterprodukte kaufen?

Für Buy spricht: Speed to Value. Eine Snowflake-Implementierung dauert Wochen, nicht Jahre. Der Anbieter kümmert sich um Infrastruktur, Performance-Tuning und Upgrades. Ihr Team beschäftigt sich mit Datenproblemen, nicht mit Infrastrukturproblemen.

Für Build spricht: Kontrolle. Sie besitzen den Code, das Schema, die Optimierung. Kein Vendor Lock-in. Keine Überraschungen durch Pricing pro Query. Open Source (Spark, Iceberg, Airflow) gibt Ihnen volle Flexibilität.

Die praktische Antwort: Kaufen Sie die Commodity-Komponenten (Storage, Compute, Orchestrierungs-SaaS), bauen Sie das, was Ihr Geschäft differenziert (proprietäre Datenmodelle, eigene ML-Pipelines, domänenspezifische Features).

Multi-Cloud und cloud-agnostische Architektur

Multi-Cloud klingt attraktiv (kein Vendor Lock-in, Best-of-Breed-Services), hat aber echte Kosten: operative Komplexität, Datentransferkosten, Zersplitterung der Team-Skills. Die meisten Organisationen, die Multi-Cloud nutzen, tun das aus regulatorischen Gründen (Anforderungen an Data Residency) oder als Ergebnis von M&A-Aktivitäten, nicht aus bewusster Entscheidung.

Offene Tabellenformate (Apache Iceberg, Delta Lake) und offene Compute-Frameworks (Apache Spark) reduzieren Lock-in, ohne die Komplexität von Multi-Cloud zu erfordern. Nutzen Sie sie als Absicherung.

Kostenarchitektur in der Cloud

Cloud-Datenkosten sind nicht trivial und werden leicht unterschätzt. Die wichtigsten Kostentreiber:

  • Storage: Günstig, skaliert aber mit der Aufbewahrungsdauer. Setzen Sie Lifecycle-Policies um, verschieben Sie Daten nach 90 Tagen in günstigere Tiers, archivieren Sie nach einem Jahr.
  • Compute: Der wesentliche variable Kostenblock. Warehouse-Query-Kosten skalieren mit den gescannten Daten. Clustering und Partitionierung reduzieren die gescannten Daten und senken damit direkt die Kosten.
  • Egress: Daten zwischen Regionen oder zurück ins On-Premise zu bewegen ist teuer. Konzipieren Sie so, dass regionenübergreifende Datenbewegung minimal bleibt.
  • Tools und Lizenzen: Snowflake, Databricks und ähnliche Tools legen ihr Pricing auf die Cloud-Kosten obendrauf. Modellieren Sie die Gesamtkosten, bevor Sie sich festlegen.

Bei Spotify hat ein dediziertes Team für „Data Platform Cost Optimization" die Cloud-Ausgaben um 30 % gesenkt, ohne Funktionalität zu reduzieren, über Regeln zur Query-Optimierung, Data-Retention-Policies und Compute-Scheduling. Ein CDO, der die Kostenarchitektur nicht verantwortet, verantwortet die Datenplattform nicht wirklich.

Migrationsstrategie: On-Prem in die Cloud

Die meisten CDOs erben ein Stück On-Premise-Infrastruktur. Die Cloud-Migration ist fast immer die richtige Richtung, erfordert aber eine Reihenfolge:

1. Assessment und Inventar: Was existiert, was kostet es, was unterstützt es

2. Kandidaten mit geringem Risiko identifizieren: Historische Daten, Archivdaten, Reporting-Workloads

3. Zuerst Lift-and-Shift: Workloads verschieben, bevor sie optimiert werden; der Nachweis, dass die Cloud funktioniert, senkt organisatorischen Widerstand

4. Inkrementell refactoren: Nach der Stabilisierung auf cloud-native Patterns optimieren

5. Schrittweise abschalten: On-Premise erst abschalten, wenn die Cloud-Workloads stabil sind

Vermeiden Sie die Falle, alles auf einmal neu zu architektieren. Viele Cloud-Migrationen scheitern nicht an technischer Komplexität, sondern daran, dass der Scope zu ambitioniert ist.

Quizfragen

1. Was ist der wesentliche Grund, aus dem die meisten Organisationen Multi-Cloud einsetzen?

A) Um Kosten zu senken

B) Aus regulatorischen Gründen oder infolge von M&A

C) Um die Performance zu verbessern

D) Um die Architektur zu vereinfachen

Antwort: B

2. Was ist der wesentliche Vorteil offener Tabellenformate wie Apache Iceberg?

A) Sie sind schneller als proprietäre Lösungen

B) Sie senken die Storage-Kosten

C) Sie reduzieren Vendor Lock-in, ohne eine Multi-Cloud-Architektur zu erfordern

D) Sie werden von den Cloud-Anbietern gepflegt

Antwort: C

3. Welche Reihenfolge ist in der Cloud-Migrationsstrategie die richtige?

A) Zuerst refactoren, dann migrieren

B) Alles migrieren und gleichzeitig optimieren

C) Inventarisieren → einfache Fälle migrieren → Lift-and-Shift → refactoren → abschalten

D) On-Premise abschalten, bevor migriert wird

Antwort: C

Was Sie aus dieser Lektion umsetzen

Diese Maßnahmen sind im Playbook der Rolle zusammengefasst.

  • Migration in die Cloud: Inventar, Lift-and-Shift, dann schrittweises Refactoring
Vollständiges Action Playbook ansehen

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