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CDO in Financial Services: Wenn Regulierung Ihre Architektur ist

Wenn Sie CDO in einer Bank, bei einem Versicherer oder in der Vermögensverwaltung sind, haben Sie nicht einfach einen Job in der Datenstrategie bekommen. Sie haben einen Job in der Regulatorik mit strategischem Datenmandat bekommen.

Das ist keine Klage, das ist ein Feature. Financial Services wurde gezwungen, eine bessere Dateninfrastruktur aufzubauen als fast jeder andere Sektor, und diese Investitionen zahlen sich jetzt kommerziell aus.

BCBS 239: die Regulierung, die den Banking-CDO geschaffen hat

2013 veröffentlichte der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht BCBS 239: „Principles for effective risk data aggregation and risk reporting“.

Der Zeitpunkt war kein Zufall. Die Finanzkrise 2008 machte deutlich, dass große Banken ihre Risikopositionen nicht schnell genug aggregieren konnten, um auf Marktereignisse zu reagieren. Risikodaten waren über Dutzende Systeme verstreut, in inkonsistenten Formaten, ohne klare Data Lineage. Als Lehman Brothers zusammenbrach, konnten Gegenparteien ihr Exposure nicht rechtzeitig berechnen, um es zu steuern.

BCBS 239 verpflichtete systemrelevante Banken, Risikodaten zu jedem Exposure innerhalb von 24 Stunden (Normalbedingungen) oder intraday (Stressbedingungen) zu aggregieren. Mit den Datenarchitekturen, die 2013 existierten, war das technisch unmöglich.

Das Ergebnis: eine Welle von CDO-Einstellungen im globalen Banking zwischen 2013 und 2016. HSBC, Barclays, Deutsche Bank, JPMorgan, praktisch jede G-SIB stellte CDOs ein. Das Mandat: Data Lineage, Data Quality und Datenaggregation in Ordnung bringen, bevor die nächste aufsichtsrechtliche Prüfung kommt.

Open Banking: Regulierung als Wettbewerbswaffe

War BCBS 239 defensiv (bringen Sie Ihre Daten in Ordnung oder tragen Sie die Konsequenzen), ist Open Banking offensiv: Teilen Sie Ihre Daten, um Wettbewerb zu erzeugen.

Unter PSD2 (EU) und dem britischen Open-Banking-Framework müssen Banken Drittanbietern mit Zustimmung des Kunden über standardisierte APIs Zugang zu Kontodaten und zur Zahlungsauslösung geben.

Die erste Reaktion der Banken: defensiv. Compliance-Kosten, Wettbewerbsbedrohung, Verlust der Datenhoheit.

Die Reaktion des strategischen CDO: Chance. Zugang zu Kundendaten der Wettbewerber (wenn Kunden zustimmen). Bessere Data Products, weil man gezwungen war, die eigenen Daten aufzuräumen. Datenpartnerschaften mit Fintechs, die Ihre API-Infrastruktur nutzen.

HSBCs App Connected Money bündelte alle Finanzkonten eines Kunden über mehrere Banken hinweg in einer einzigen Ansicht. Möglich nur durch Open-Banking-APIs. Der Insight aus dem vollständigen Bild der Kundenfinanzen war wertvoller als das Datensilo, das nur HSBC-Konten zeigte.

Wissenscheck

1. Was ist der Lektion zufolge die grundlegende Natur einer CDO-Rolle in Financial Services?

2. Welches zentrale Datenproblem sollte BCBS 239 auf Basis der Lehren aus der Krise 2008 lösen?

3. Was ist der zentrale strategische Unterschied zwischen BCBS 239 und Open Banking, wie in der Lektion beschrieben?

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Der Data Moat von JPMorgan

JPMorgan Chase verarbeitet täglich rund 6 Billionen Dollar an Zahlungstransaktionen, etwa 10 % der gesamten US-Wirtschaftsaktivität laufen durch ihre Systeme. Die dabei entstehenden Daten: Händlertrends, Konsumausgabenmuster, Kreditverhalten, Aktivität kleiner Unternehmen, ein außergewöhnliches strategisches Asset.

JPMorgan hat kommerzielle Data Products aufgebaut (JPMorgan Insights) und verkauft aggregierte, anonymisierte Versionen dieser Daten an Händler, Immobilieninvestoren und politische Entscheidungsträger. Die AI- und ML-Teams nutzen proprietäre Transaktionsdaten, um Handelsmodelle zu bauen, die in Märkten spürbares Alpha erzeugen, in denen alle anderen Zugang zu denselben öffentlichen Daten haben.

Der CDO, der diesen Data Moat verantwortet, hat einen der folgenreichsten Jobs in Financial Services, weil der Datenvorteil für JPMorgans Marktposition existenziell ist.

Was erfolgreiche BFSI-CDOs auszeichnet

Aus der Analyse von CDO-Amtszeiten in Financial Services ergeben sich drei Muster:

1. Regulatorisches und kommerzielles Mandat, kein entweder/oder: Die wirksamsten Banking-CDOs wählen nicht zwischen Compliance und Business Value, sie nutzen regulatorische Anforderungen als Fundament für kommerzielle Data Products. BCBS 239 erzwang Data Lineage; genau diese Data-Lineage-Fähigkeit ist heute das Rückgrat ihres Datenmonetarisierungsgeschäfts.

2. Partnerschaft mit den Geschäftsbereichen, keine zentrale Governance-Tyrannei: Data Governance funktioniert im Banking, wenn sie mit den Geschäftsbereichen entwickelt und nicht ihnen aufgezwungen wird. Die Banken mit den fortschrittlichsten Datenprogrammen behandeln ihre CDO-Funktion als Serviceorganisation, nicht als Regulierungspolizei.

3. Technologie-Agnostik: Banking-CDOs, die sich zu stark an den Technologie-Stack eines bestimmten Anbieters binden (Oracle, IBM, Teradata), landen in Plattformen, die mit cloud-nativen Alternativen nicht mithalten können. Die besten Banking-CDOs bauen die Anbieterbewertung als dauerhafte organisatorische Fähigkeit auf.

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